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"BALBOA" zu Gast bei Sector3.music / Part 2  (Sector3.music aktuell) Verfasst: Donnerstag, den 08. Januar 2009 11:08

Nachdem wir schon im August 2008 berichtet hatten, dass "BALBOA" bei uns zu Gast ist, haben wir nun auch endlich die ausführliche Beschreibung über das Recording im August (Recording) und die Produktion / Mischung im Dezember (Mischung) online gestellt.

Viel Spass damit.

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"BALBOA" Recording (August 2008)  (Recording-Beschreibungen) Verfasst: Donnerstag, den 08. Januar 2009 23:35

Die vier aufzunehmenden Songs, die im "Spur-auf-Spur" Verfahren aufgenommen werden (Erläuterung) sollen, stehen in ihrem Songwriting und Ablauf nun fest. Die Grundinstrumentierung beschränkt sich auf:

 

  • Schlagzeug
  • Bass
  • Gitarre
  • Gesang (bis dato nur Lead Gesang)

 

Schlagzeug:

Das gleiche "Premier" Schlagzeug unseres Studiomusikers Martin Worron kommt zum Einsatz, wie schon zu den Aufnahmen zur Showmusik von "KRÖMER - die internationale Show" 2006.

Das Set besteht aus

  • Basedrum
  • Snaredrum
  • 2 x Racktoms
  • Standtom
  • Hi Hat
  • diversen Becken

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Abb. 1: Drumset Mikrofonierung

Wie Ihr aus dem Foto vielleicht erkennen könnt, mikrofonieren wir das Drumset diesmal etwas aufwendiger:

Als Overheads benutzen wir, anstatt der Sennheiser e614 die uns sonst zur Verfügung stehen, zwei geliehene Rode NT2-A Grossmemranmikrofone. Da unser Raum sehr hell klingt, setze ich die Rode als Nieren ein (Interessant: Röhrenmikrofone lassen sich, je nach Hersteller, in Ihrer Charakteristik stufenlos verstellen (z.B. SE Z 5600A MK 2)) und verzichte auf die Kugelcharateristik. Weil ich später einen sehr offenen Drumsound mischen will (keine Gates, kaum EQing, etc.), verzichte ich auf den Lowcut bei 80 Hz. Die Mikrofone justiere ich auf ca. 2,50m.

Die Basedrum nehme ich wie gewohnt mit dem AKG D112 ab. Habt Ihr die Möglichkeit, benutzt für diesen Job ein Sennheiser MD-421. Das MD-421, egal ob moderne oder vintage Variante, bringt u.a. den deutlich klareren Sound.

Die Snaredrum wird auch wie gewohnt von oben und unten mit einem SM57 mikrofoniert. Ich habe gute 2 Jahre lang alle verschiedenen Mikrofone durchprobiert (Kleinmembran, Grossmembran, Bändchen und diverse dynamische Mikrofone) um dann, u.a. durch die Hilfe eines Kollegens, festzustellen, dass das SM57 einfach das Beste Mikrofon für diesen Job ist.

Normalerweise benutze ich für die Toms dynamische Mikrofone. Meist, wie wohl viele meiner Kollegen, zusammengewürfelte SM57 und SM58, bzw. eben die dafür gemachten Sennheiser e-604. Heute jedoch überzeugt mich mein Tonkollege und Namensvetter Sebastian (Grey Productions) für die Toms (sowohl die Racktoms als auch die Standtom) die in den Overheads gesparten Sennheiser e-614 auszuprobieren. In der Mischung überzeugen die Kleinmembrane dann auch wirklich: der Sound ist klarer, definierter und druckvoller als mit SM57, SM58 oder Sennheiser e-604.

Da wir noch ein gutes Mikrofon "übrig" haben und wir es, weil es eben nur eines ist, nicht als Overhead einsetzen können, leisten wir uns den Luxus und stellen das Neumann TLM103 an die HiHat. Wäre es nicht das TLM103 gewesen, hätte ich ein anderes Grossmembranmikrofon für diesen Job benutzt (und auf den Low-Cut verzichtet), da ich, wie schon erwähnt, später einen ausgewogenen und offenen Sound mischen will.

Als Raummikrofon benutze ich mein RFT Gefell UM 70, jedes andere "warme" Grossmembranmikrofon tut hier aber auch seinen Dienst. Um den Raumsound so trashig wie möglich aufzunehmen, verstärke ich das Signal mit dem Universal Audio LA-610 bis in eine leichte Röhrenzerrung und komprimiere es anschliessend mit guten 3:1. Habt Ihr keinen Vorverstärker oder Kompressor zur Hand, nehmt das Raummikrofon in jedem Fall dennoch mit auf, Ihr werdet in der Mischung dafür dankbar sein. Das UM-70 stelle ich, wie gewohnt, mit ca. 4m Abstand zum Set in eine Raumecke.

--> In der Mischung


Bass:

Nach dem editieren der Drum-Spuren geht es an die Bass Aufnahmen. Da der Bass von "BALBOA"-Basser Daniel schon sehr warm klingt, verzichte ich auf den LA-610 und speise ihn über die Radial JDI (passiv) direkt in das Pult.

--> In der Mischung

 

Gitarre:

Nach ein paar Tagen editieren, vormischen und vor allem "die Ohren wieder frei" bekommen, kommt BALBOA-Gitarrist Frank, der immer wieder als Studiomusiker bei uns zu Gast ist, um die Gitarren einzuspielen.

Wie immer hat Frank seinen Fender Hot Rod Deluxe im Gepäck. Zusätzlich stelle ich ihm noch einen geliehenen VOX AC30 zur Verfügung um im Sound flexibler zu sein.

 

Fender Hot Rod Deluxe:

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Wie Ihr auf dem Bild erkennen könnt, mikrofoniere ich den Fenderamp wie gewohnt mit einem Shure SM57. Der mittenbetonte Sound des Hot Rod wird durch das SM57 gepusht - ein besseres Mikrofon an diesem Amp habe ich bisher nicht gefunden.

Das SM57 positioniere ich am rechten oberen Speakerrand (Übergang Speaker/Gehäuse) und neige es leicht nach innen. Wie immer lohnt es sich über Kopfhörer den Sound vorzuhören und das Mikrofon, je nach gewünschtem Sound, zu verschieben.

 

VOX AC30:

Der geliehene VOX AC30 ist das klangliche Gegenteil vom Fender Hot Rod Deluxe: der Sound ist warm, voll und so gar nicht mittenbetont. Da ein Fenderamp für mich zudem wirklich für alles gut ist, ausser für verzerrte Sounds, ist der VOX AC30 die ideale Ergänzung im Klangspektrum.

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Wie Ihr auf dem Bild erkennen könnt, benutze ich für die Mikrofonierung des AC30 mein RFT Gefell UM70. Es wird in vielen grossen Studios für Gitarrenamps bzw. Rhodesamps oder Leslies benutzt und stellt mit seinem ausgewogenen und dennoch druckvollen Sound den idealen Partner für den AC30 dar.

 

Der Sound:

Wie schon weiter oben erwähnt wollte ich, ursprünglich um bei der Soundauswahl flexibel zu sein, zwei verschiedene Amps für Frank im Studio haben. Zum Aussteuern der Mikrofone lasse ich Frank ein Signal über beide Amps spielen (Radial JDI passiv: Input = unsym Out = sym Out) und stelle dabei fest, dass der Sound (VOX AC30 (30° links) / Fender Hot Rod Deluxe (30° rechts)) über beide Amps zusammen unglaublich fett und ausgewogen klingt.

Der Sound ist also gefunden und jede Gitarrenstimme (also auch die Dopplungen) wird mit zwei Amps aufgenommen. Dazu mehr in der Mischung.

 

Gesang:


 

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"Spur-auf-Spur" Aufnahmeverfahren  (Tontechnik Tips) Verfasst: Donnerstag, den 08. Januar 2009 23:46

Dieses Aufnahmeverfahren wird gerne in kleineren Studios angewandt.

In der Regel spielt das Schlagzeug, bzw. die Rythmusgruppe (Schlagzeug & Bass)  die Grundspuren ein, die nach der Aufnahme direkt editiert und mit den Grund-EQs und der Grund-Kompression versehen werden. Die Aufnahme erfolgt auf einen Midi-klick (Metronom), damit sich Schlagzeuger und Bassist orientieren können.

Auf die so eingespielten Spuren spielt nun der Bass, sollte er nicht direkt mit dem Schlagzeug aufgenommen haben, ein. Auch der Bass wird nach der Aufnahme editiert und der Grundsound im Mix wird gefunden.

Nach Bass und Schlagzeug spielt die Gitarre auf die vorhandenen Spuren ein. Für den Gitarristen ist die Aufnahme inzwischen ähnlich wie eine Probe - er hört schon die volle Bandbesetzung. Auf ein Metronom kann nun verzichtet werden.

Nach der Gitarre kommt in der Regel die restliche Bandbesetzung an die Reihe. In manchen Fällen bietet es sich jedoch an, den Gesang vorzuziehen, da die spätere Produktion (füllen der Songs mit weiteren Instrumenten, wie z.B. Rhodes, Hammond, 2./3./4. Gitarren, Streicher, etc.) so wesentlich einfacher wird (wo passt noch was hin?). Wird der Gesang der restlichen Band vorgezogen, muss man diesen unter Umständen, nachdem der Song zu 100% fertig produziert worden ist, erneut aufnehmen, um noch mehr ins Detail gehen zu können.

Vorteile:

Als ein wichtiger Vorteil gilt grundlegend, dass die einzelnen Instrumentengruppen (Schlagzeug, Bass, Gitarre, Flügel, Gesang) nicht von den anderen Instrumenten "verunreinigt" werden - auf den Schlagzeugspuren hört man nur Schlagzeug und nicht etwa noch den brüllenden Marshall der Gitarre. So kann ein sehr sauberer Mix entstehen.

Nachteile:

Einige Musiker / Bands verlieren Ihren Sound bei der Spur-auf-Spur Aufnahme, da sie nicht, wie gewohnt, miteinander grooven und aufeinander reagieren können. Das sture "auf den Klick" spielen muss wirklich gelernt sein um später nicht wie ein Sample zu klingen.

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